Klimawochenende für alleinerziehende Mütter
© Clara Moder
Informationen zum Einreicher
Volkshilfe OÖ und Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)4020 Linz
Das Projekt „Klimawochenende für alleinerziehende Mütter“ richtete sich gezielt an Frauen, die tagtäglich immense Verantwortung tragen – oft unter prekären Lebensbedingungen. Diese Mütter stehen an der Front gesellschaftlicher Herausforderungen, doch ihre Erfahrungen, Sorgen und Ideen finden kaum Eingang in politische oder klimabezogene Aushandlungsprozesse. Mit dem Klimawochenende wollten wir genau das ändern – in einem geschützten, stärkenden Rahmen.
Das Wochenende fand im Mühl-fun-Viertel in Klaffer am Hochficht statt – einem naturnahen, kinderfreundlichen Ort, an dem Erholung und Bildung zusammenfließen. Die Kinder nahmen an einem professionell betreuten Naturferiencamp mit Spiel, Bewegung und kreativen Angeboten teil. Währenddessen erhielten die Mütter die Möglichkeit, an einer Reihe von Workshops teilzunehmen: kreative Ausdrucksformen, Gesprächsrunden sowie niederschwellige Formate zur Auseinandersetzung mit klimasozialen Fragen.
Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Podcast-Workshop – unter der künstlerischen Leitung von Martin Färber (Universität für angewandte Kunst Wien) und in Kooperation mit Sigrid Ecker von Radio FRO. Hier gestalteten die Teilnehmerinnen eigene Audio- und Radiobeiträge, die ihre persönlichen Perspektiven und Erfahrungen mit der Klimakrise reflektierten. Die entstandenen Tonaufnahmen erzählten Geschichten und fingen eindrücklich die Lebensrealitäten der Frauen ein. Die Beiträge wurden später auf Radio FRO ausgestrahlt und konnten so auch im öffentlichen Raum hörbar werden.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die Klimakrise auf ihr Leben auswirkt – ökonomisch, sozial und emotional. Welche konkreten Hürden erleben sie? Wie können sie in gesellschaftliche Gestaltungsprozesse eingebunden werden? Und wie kann der Zugang zu nachhaltigen Lebensweisen auch unter schwierigen Voraussetzungen gelingen? Ziel war es, Wissen zu vermitteln, Perspektiven sichtbar zu machen und den Frauen eine stärkende Plattform zu bieten. Die temporäre Entlastung durch die Kinderbetreuung spielte dabei eine zentrale Rolle, um echte Teilnahme und Konzentration auf die Inhalte zu ermöglichen.
Moderiert wurde das Wochenende von Anna Wagner (Armutskonferenz), die durch ihre Erfahrung und empathische Herangehensweise einen vertrauensvollen Rahmen für Austausch und Reflexion ermöglichte.
Dieses Wochenende war Teil eines umfassenderen, öffentlich vom Klimafonds der Stadt Linz geförderten Projekts "Klimasoziales Linz" der Universität für Bodenkultur in Wien zur Entwicklung klimasozialer Narrative, das über mehrere Monate hinweg unterschiedliche soziale Gruppen zu Wort kommen lässt. Mit künstlerischen und partizipativen Methoden werden Erfahrungen, Wissensbestände und Handlungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet. Die Initiative möchte so dazu beitragen, soziale Gerechtigkeit als untrennbaren Teil von Klimagerechtigkeit sichtbar zu machen – und konkrete Lösungsansätze für ein gutes Leben für alle zu fördern.
Wir verstehen unser Tun als solidarisches Angebot an Menschen, deren gesellschaftliche Teilhabe zu oft durch strukturelle Ungleichheit begrenzt wird. Das Klimawochenende ist ein Ort der Stärkung, der Erholung – und der Aktivierung für eine gemeinsame Zukunft, in der alle mitdenken und mitgestalten dürfen.
© Clara Moder
© Clara Moder
zurück zur Liste