LEO: Lebensphasenorientierung im Krankenhaus Ried
© Vinzenz Gruppe / Gerhard Wasserbauer
Informationen zum Einreicher
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried BetriebsgesmbH4910 Ried im Innkreis
Vollzeit Mitarbeiter/innen: 792
Teilzeit Mitarbeiter/innen: 1009
Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried wird Lebensphasenorientierung (LEO) schon seit vielen Jahren durch die verschiedensten Maßnahmen gelebt und durch das Projekt Lebensphasenorientierung den Anforderungen der Zeit entsprechend weiterentwickelt.
LEO verfolgt das übergeordnete Ziel, eine mitarbeiter*innenorientierte Arbeitskultur zu schaffen, die die individuellen Lebensphasen der Mitarbeitenden aktiv berücksichtigt und gezielt fördert. Die strategische Ausrichtung des Projekts spiegelt sich in mehreren essenziellen Aspekten im Positionspapier des Krankenhausvorstandes wider:
• Eine lebensphasenorientierte Personalpolitik hat zum Ziel, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bestens zu unterstützen, indem Sie Rahmenbedingungen, Maßnahmen und Instrumente schafft.
• Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried bietet durch die gelebte Familienfreundlichkeit größtmögliche Flexibilität im Rahmen des Tätigkeitsfeldes. Das Krankenhaus ist der zweitgrößte Arbeitgeber im Bezirk Ried im Innkreis mit ca. 1 .800 Beschäftigten (darunter hauptsächlich Frauen, von denen viele Betreuungspflichten zu leisten haben).
• Eine sehr wichtige Definition hinsichtlich Lebensphasenorientierung ist, dass die Begriffe „Lebensphasenorientierung“ und „Familienfreundlichkeit“ sehr weit zu fassen und nicht auf Vater, Mutter und Kind zu reduzieren sind.
• Große Bedeutung messen wir dem bei, dass bewusste strategische familien- und mitarbeiterorientierte Aktivitäten und Angebote nach innen und außen besser visualisiert, durchgeführt und punktuell optimiert werden.
• Ergänzend zu sehen sind in diesem Zusammenhang einerseits das Generationenmanagement und andererseits die Sensibilisierung aller Führungskräfte für eine familienbewusste Personalpolitik.
Das Projekt LEO legt besonderen Wert darauf, die vielfältigen Lebensphasen der Mitarbeitenden zu erkennen und zu verstehen. Dies schließt nicht nur klassische Lebensabschnitte wie die Phase der Elternschaft ein, sondern berücksichtigt auch andere relevante Phasen wie die Pflege von Angehörigen, berufliche Weiterentwicklung, neue Laufbahnen oder persönliche Herausforderungen.
Die Angebote der Lebensphasenorientierung richten sich an alle Mitarbeiter*innen im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Besonders wichtig ist, dass eine Förderung der beruflichen und persönlichen Entwicklung in jeder Lebensphase erfolgen kann.
Ein zentrales Anliegen von LEO ist die nachhaltige Förderung der Work-Life-Balance und des Wohlbefindens der Mitarbeiter*innen. Durch gezielte Angebote, wie über 700 unterschiedliche Arbeitsmodelle, Kinderbetreuungsmöglichkeiten direkt am Krankenhausgelände und die Schaffung einer mitarbeiter*innenorientierten Arbeitsumgebung, strebt das Projekt an, das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu steigern und die Mitarbeiterbindung zu erhöhen. Eine gesteigerte Mitarbeiterbindung trägt in Folge nicht nur zur Reduzierung von Fluktuation bei, sondern fördert auch die Identifikation der Mitarbeiter*innen mit dem Krankenhaus als Arbeitgeberin. Ein weiteres Ziel von LEO ist die Förderung von Flexibilität in der Arbeitsgestaltung. Dies schließt Modelle wie Wunschdienstpläne, Sabbaticals oder Führen in Teilzeit mit ein, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen der Mitarbeitenden gerecht zu werden.
Zusammenfassend strebt das Projekt LEO danach, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die nicht nur den beruflichen Erfolg, sondern auch das persönliche Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen fördert. Durch die konsequente Umsetzung dieser Ziele trägt das Projekt maßgeblich zur Entwicklung einer mitarbeiter*innenorientierten und nachhaltigen Arbeitskultur im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried bei.
Zur Weiterentwicklung der Lebensphasenorientierung im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried wurde eine eigene LEO-Projektgruppe implementiert. Die Projektgruppe setzt sich aus Vertreter*innen verschiedener Abteilungen und Berufsgruppen zusammen und ist möglichst divers zusammengesetzt. Diese Zusammenstellung ermöglicht einen umfassenden Blick auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und die Entwicklung bedarfsgerechter Maßnahmen für alle Zielgruppen. Im Sinne des Qualitätsmanagements nimmt das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried seit 2020 am Audit „berufundfamilie“ teil. Im Rahmen des Audits wird in regelmäßigen Abständen die Familienfreundlichkeit des Krankenhauses evaluiert und auf Basis dessen werden gemeinsam mit dem Krankenhausvorstand und der LEO-Projektgruppe neue Maßnahmen beschlossen, die von einer Zertifizierungsstelle überprüft werden.
In der aktuellen Zertifizierungsperiode setzt sich das Krankenhaus zum Ziel, die bestehenden LEO-Angebote beizubehalten und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Einige neue Zielvereinbarungen werden nachfolgend dargestellt:
• Im Zuge der jährlichen Evaluierung der Kinderbetreuungsangebote (Betriebskindergarten und –krabbelstube) wird das Angebot laufend im Sinne der Familienfreundlichkeit an die Bedarfe der berufstätigen Eltern anzupassen. Aufgrund der hohen Nachfrage wird im Jänner 26 eine weitere Kindergartengruppe eröffnet.
• Das Thema „Pflege von Angehörigen“ bildet einen weiteren Schwerpunkt für die kommende Zielperiode. Zweimal jährlich findet ein Vernetzungstreffen für pflegende Angehörige statt, die von informativen Vorträgen rund um Förderungen und Unterstützungsangeboten, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, sowie rechtlichen Themen begleitet werden. Ziel dieser Vernetzungstreffen ist es zum einen Informationen zu erhalten, andererseits bieten die Treffen auch die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und auszutauschen. Im firmeneigenen Intranet wurde zudem eine eigene Seite eingerichtet, in der Informationsmaterial zur Verfügung gestellt und über Anlaufstellen informiert wird. Pflegebedarfsprodukte sind in der hausinternen Materialwirtschaft für Mitarbeitende zu erwerben. Eine Unterstützung von pflegenden Angehörigen durch das Entlassungsmanagement ist ebenso gegeben.
• Um die gegenseitige Wertschätzung jüngerer und älterer Generationen, aber auch die kulturübergreifende Zusammenarbeit zu fördern, werden Seminare zum Thema „Miteinander verschieden“ angeboten. Diese haben das Ziel Vielfalt und Verschiedenheit als Bereicherung anzuerkennen und darin Chancen zu sehen.
• Um die psychische Gesundheit der Mitarbeiter*innen in allen Lebenslagen weiter zu fördern, werden Sensibilisierungsmaßnahmen weiterentwickelt. Ebenso werden jährlich Schwerpunktthemen definiert. Für das Jahr 2026 sind die Schwerpunktthemen „Gesunder Schlaf“ unter Berücksichtigung der verschiedenen Lebensphasen, sowie „Pflegende Angehörige“ und „Mehrfachbelastung“ in Planung.
• Um Weiterentwicklung und Engagement in allen Lebenslagen und Altersgruppen bestmöglich zu fördern, besteht die Möglichkeit sich für hausinterne Projekte über das interne Bewerbermanagementsystem zu bewerben. So wurde z.B. die Projektmitarbeit am „Ethikkomitee“ intern beworben und der Bewerbungsprozess abgewickelt.
• Im Sinne einer Flexibilisierung von Arbeitsmodellen wurde in diesem Jahr bereits Vinzenz Gruppen übergreifend eine Projektgruppe zu New-Work etabliert. Zudem sollen neue Modelle pilotiert werden, die im Krankenhausalltag möglich sind und den Mitarbeitenden Erleichterung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf verschaffen.
• Führungskräfte werden verstärkt für Mitarbeiter*innenorientierung sensibilisiert und Beratungsangebote des Personalmanagements für Führungskräfte werden gefördert. Bei neuen Stellenausschreibungen wird jeweils geprüft, ob die Stelle auch in Teilzeit besetzt werden kann.
• Im Rahmen der Potentialförderung wird erhöhtes Augenmerk auf potentielle weibliche Führungskräfte gelegt und Talente gefördert. Dabei soll der Fokus auf die persönlichen und fachlichen Qualifikationen und nicht auf die Lebensphase oder das Beschäftigungsausmaß gelegt werden.
Die Zukunft von LEO im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried sieht vielversprechend aus. Führen in Teilzeit wird ein zentrales Thema sein, um Flexibilität in der Arbeitsgestaltung zu fördern. Wir werden kontinuierlich die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter*innen evaluieren und das LEO-Projekt entsprechend weiterentwickeln.
Im 2 Jahres Takt findet eine Mitarbeiterbefragung statt in der auch Themen die Lebensphasen betreffend behandelt und abgefragt werden.
Eine verstärkte Integration von psychosozialen Angeboten und die Förderung von Führungskompetenzen werden Schwerpunkte für die kommenden Jahre darstellen.
Die interne Kommunikation wird weiterhin über die Berufsgruppenreferate, Bereichs- und Führungskräftesitzungen sowie interne Kanäle wie E-Mails, Intranet und Mitarbeiter*innenzeitung erfolgen. Extern erfolgt die Kommunikation der lebensphasenorientierten Personalpolitik bereits intensiv über die Homepage, Social Media, Presse und andere Medienkanäle.
LEO im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried bleibt ein dynamisches Projekt, das stetig an die aktuellen Bedürfnisse und Herausforderungen angepasst wird, um eine nachhaltige und mitarbeiterorientierte Arbeitskultur zu schaffen.
© Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried BetriebsgesmbH
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