Digitales Coworking für selbstständige Frauen
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Informationen zum Einreicher
Sarah Kerstin Breuer4242 Hirschbach
Vollzeit Mitarbeiter/innen: 1
Viele selbstständige Mütter arbeiten dort, wo andere längst Feierabend machen. Frühmorgens, wenn das Haus noch still ist. Spätabends, wenn endlich Ruhe einkehrt. Oder in kurzen Zeitfenstern dazwischen – während ein Kind schläft, ein anderes beschäftigt ist oder kurzfristig eine Betreuung organisiert werden kann. Arbeit findet nicht in klaren Acht-Stunden-Blöcken statt, sondern fragmentiert, unterbrochen, oft begleitet von dem Gefühl, nie ganz bei einer Sache zu sein.
Was dabei fast immer fehlt, ist nicht nur Zeit. Es fehlt Austausch. Verständnis. Feedback. Ein Gegenüber, das weiß, wie es sich anfühlt, Verantwortung für Familie zu tragen und gleichzeitig beruflich sichtbar, wirksam und wirtschaftlich unabhängig bleiben zu wollen.
Genau hier setzt das digitale Coworking „Soulmates & Businessfriends“ an.
Das Projekt schafft einen geschützten, digitalen Arbeitsraum für selbstständige Frauen – insbesondere Mütter –, die trotz Care-Arbeit produktiv arbeiten, sich vernetzen und ihre beruflichen Ziele weiterverfolgen möchten. Es ist ein Ort, an dem Arbeiten nicht gegen Familie ausgespielt wird, sondern beides gemeinsam gedacht wird. Ein Ort, an dem Kinder im Hintergrund präsent sein dürfen, Unterbrechungen normal sind und Care-Arbeit nicht verschwiegen, sondern mitgedacht wird.
Im Zentrum stehen regelmäßig stattfindende, strukturierte Online-Coworking-Sessions. Frauen arbeiten von Zuhause aus zeitgleich an ihren eigenen Aufgaben, begleitet von klaren Fokusphasen und kurzen Austausch- oder Feedbackmomenten. Diese Struktur gibt Halt in einem Alltag, der oft von Unplanbarkeit geprägt ist. Sie schafft Verbindlichkeit – nicht durch Kontrolle, sondern durch Gemeinschaft. Das gemeinsame Arbeiten wirkt motivierend, entlastend und stärkend. Viele Teilnehmerinnen berichten, dass sie in diesen Sessions mehr schaffen als allein, weil sie sich gesehen fühlen und wissen: Ich bin nicht allein mit meinen Herausforderungen.
Die Zielsetzung von „Soulmates & Businessfriends“ geht dabei weit über reine Produktivität hinaus. Es geht um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter realen Bedingungen. Um Selbstwirksamkeit in einem Alltag, der oft von Mehrfachbelastung geprägt ist. Um wirtschaftliche Stabilität für Frauen, die Verantwortung tragen – für Kinder, für Familien, für sich selbst. Und um das bewusste Durchbrechen eines Systems, das Care-Arbeit zwar voraussetzt, aber selten mitdenkt.
Die Zielgruppe des Projekts sind selbstständige Frauen, Gründerinnen und Unternehmerinnen, viele davon Mütter von kleinen oder schulpflichtigen Kindern, Alleinerziehende oder Frauen mit eingeschränkter oder fehlender Kinderbetreuung. Besonders angesprochen werden Frauen im Homeoffice sowie Frauen in ländlichen Regionen, in denen es kaum physische Coworking-Spaces oder berufliche Netzwerke gibt. Für sie bedeutet das digitale Coworking oft die einzige Möglichkeit, regelmäßig in Austausch zu kommen, Feedback zu erhalten und berufliche Verbindung zu erleben.
Initiiert und geleitet wird das Projekt von der Gründerin Sarah Kerstin Breuer, selbst Unternehmerin und Mutter. Ihre persönliche Erfahrung – zwischen Selbstständigkeit, Care-Arbeit und dem Fehlen eines unterstützenden beruflichen Umfelds und Betreuungsnetzwerks – ist ein zentraler Antrieb für das Projekt. Mit ihrer langjährigen Expertise im Projektmanagement & Berufcoaching schafft sie einen Rahmen, der sowohl professionell als auch menschlich ist. Ergänzt wird das Angebot durch externe Expertinnen, die punktuell Workshops oder Impulse zu Themen wie Zeitmanagement, Buchhaltung, Mindset, mentale Gesundheit oder nachhaltigem Businessaufbau geben. Gleichzeitig lebt das Projekt stark von der aktiven Beteiligung der Frauen selbst: Wissen wird geteilt, Erfahrungen werden ausgetauscht, Feedback wird auf Augenhöhe gegeben.
Das digitale Coworking ist bereits erfolgreich umgesetzt und fest etabliert. Mehrmals pro Woche finden Coworking-Sessions statt – teils moderiert, teils selbstorganisiert. Ergänzend gibt es thematische Coworkings, Networking-Formate sowie Gastvorträge. Die Community wächst kontinuierlich und entwickelt sich gemeinsam mit den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen weiter. Besonders geschätzt wird die Kombination aus Struktur und Flexibilität: Es gibt einen klaren Rahmen, aber auch Raum für individuelle Lebensrealitäten.
Finanziert wird das Projekt überwiegend über Mitgliedsbeiträge der Teilnehmerinnen. Die Preisgestaltung ist bewusst niedrigschwellig gehalten, um auch Frauen mit begrenzten finanziellen Ressourcen den Zugang zu ermöglichen. Einzelne Workshops oder Spezialformate werden zusätzlich angeboten. Langfristig ist geplant, das Projekt durch Kooperationen, Förderungen und institutionelle Partnerschaften weiter abzusichern und auszubauen – insbesondere, um noch mehr Frauen und Familien zu erreichen.
Die Erfahrungen aus der Community zeigen deutlich die Wirkung des Projekts. Viele Teilnehmerinnen berichten von einer spürbaren Steigerung ihrer Produktivität, von mehr Klarheit und Fokus im Arbeitsalltag und von einer großen emotionalen Entlastung. Das Gefühl, mit den eigenen Herausforderungen nicht allein zu sein, wirkt stabilisierend. Der Austausch mit anderen Frauen schafft Verständnis und Solidarität. Feedback aus der Gruppe hilft, Entscheidungen schneller zu treffen und Projekte konsequenter umzusetzen. Für manche Frauen ist das digitale Coworking der entscheidende Faktor, um ihre Selbstständigkeit überhaupt aufrechterhalten zu können.
„Soulmates & Businessfriends“ ist damit mehr als ein Arbeitsformat. Es ist ein soziales und wirtschaftliches Unterstützungsmodell, das zeigt, wie familienfreundliche Arbeitsstrukturen im digitalen Raum aussehen können. Besonders für Regionen ohne physische Coworking-Angebote bietet das Projekt eine realistische, übertragbare Lösung. Es zeigt, dass Vereinbarkeit nicht erst bei perfekten Rahmenbedingungen möglich ist, sondern dort beginnt, wo Verständnis, Struktur und Gemeinschaft zusammenkommen.
© Birgit Lauss
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