Führung in Teilzeit - Top Sharing und Sprechstunde Beruf und Familie
© Klinikum Wels-Grieskirchen
Informationen zum Einreicher
Klinikum Wels-Grieskirchen GmbH4600 Wels
Vollzeit Mitarbeiter/innen: 1798
Teilzeit Mitarbeiter/innen: 2617
Führung in Teilzeit / geteilte Führungspositionen – Top-Sharing:
Als Ordenskrankenhaus hat die Familie für uns einen besonderen Stellenwert. Viele unserer MitarbeiterInnen haben Betreuungspflichten für Kinder oder nahe Angehörige und müssen diese mit dem beruflichen Umfeld abstimmen. Wir sind davon überzeugt, dass eine gute Arbeitsleistung vielfach auch davon abhängig ist, wie die familiären Betreuungspflichten mit dem Beruf in Einklang gebracht werden können.
Um Beruf und Familie gut vereinbaren zu können, braucht es einerseits ein gutes Betreuungsangebot (welches wir seit 1994 anbieten und laufend verbessern) und andererseits auch attraktive Jobmöglichkeiten, die auch in Teilzeit ausgeübt werden können. Daher ist es uns wichtig Führungspositionen auch in Teilzeit zu ermöglichen. Shared Leadership ist in einem großen Unternehmen wie dem Klinikum Wels-Grieskirchen jedoch ein sehr vielfältiges und komplexes Thema. Aufgrund der hohen Teilzeitquote aber unerlässlich um gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeitende im Unternehmen halten zu können.
Um Personen in Führungspositionen, wie z.B. Stationsleitungen oder Bereichsleitungen nach z.B. einer Elternkarenz wieder eine gleichwertige Position anbieten zu können, wurden verschiedenste Führungsmodelle entworfen und werden bereits seit einigen Jahren bei uns im Haus gelebt. Um die Vielfalt der bereits gelebten Top-Sharing Modelle zu unterstreichen, möchten wir hier ein paar davon anführen:
- 2 interimistische Teilzeit-Stellvertretungen übernehmen die Leitung: eine Bereichsleitung in der Pflege wird während der Karenzzeit von ihren beiden Stellvertretungen (die beide in Teilzeit tätig sind) vertreten. Sie übernehmen die komplette Leitungstätigkeit. Nach der Rückkehr aus der Karenzzeit wird die Bereichsleitung die Tätigkeit wieder in Teilzeit inkl. Stellvertretungen ausüben.
- Duale Führung einer Vollzeit und einer Teilzeit-Leitung: die Stationsleitung eines Bereichs wurde bewusst an zwei Personen (duale Führung) vergeben, wobei eine Person in Vollzeit und die zweite Person in Teilzeit tätig ist. Hier handelt es sich um keine interimistische Lösung, sondern eine dauerhafte Besetzung.
- Duale Leitung als langfristige Planung zur Leitungsübergabe: Weiters wurden bereits mehrere Modelle umgesetzt, bei denen die Leitung in Altersteilzeit gegangen ist. Frühzeitig wurde eine zweite Person in die Leitungsposition gehoben und der Bereich wurde eine bestimmte Zeit lang von zwei Personen geführt. In dieser Zeit konnte die „neue“ Leitung gut eingearbeitet werden und wurde dann mit Pensionsantritt der „ehemaligen Vollzeit-Leitung“ zur alleinigen Leitung.
- Alleinige Teilzeit-Leitung: Weiters haben wir auch medizin-technische Abteilungen die allein von einer Teilzeitkraft geführt werden. Dies ist natürlich nur möglich, wenn die Führungsspanne dementsprechend klein ist, damit die Tätigkeit auch gut bewerkstelligt werden kann. Gute Stellevertretungen sind dabei unerlässlich.
- Teilzeit-Leitung mit mehreren Teamleitungen: In einem relativ großen Bereich, wurde die bisherige Stellvertretung zur Gesamtleitung in Teilzeit. Aufgrund der Abteilungsgröße wäre die Führungsspanne aber nicht tragbar gewesen, weshalb die Abteilungsstruktur geändert und mehrere Teamleitungen eingezogen wurden. Zudem wurde auch eine Vollzeit-Stellvertretung für die Teilzeit-Führungskraft etabliert.
Grundsätzlich muss jede Abteilung individuell betrachtet werden und die einzelnen Strukturen miteinbezogen werden. Eine gut etablierte Stellvertretung ist in vielen Fällen unerlässlich. Zudem muss das Modell natürlich von der obersten Führungsebene aktiv mitgetragen werden. Mit dieser Offenheit und Flexibilität können auch Teilzeitmitarbeitenden Möglichkeiten im Führungsbereich angeboten werden. Somit kann sowohl Beruf und Familie gut vereinbart werden, als auch ein attraktives Arbeitsumfeld inkl. Führungsposition wahrgenommen werden.
Zudem erhalten alle Führungskräfte eine umfassende Führungskräfteschulung im Klinikum, welche in mehreren Modulen, mehrtätig abseits vom Arbeitsalltag stattfindet. Dadurch sollen alle Führungskräfte (unabhängig vom Stundenausmaß) das nötige Rüstzeug für Führungsarbeit im Klinikum erhalten.
Grundsätzlich haben wir bereits einen hohen Umsetzungsgrad erreicht. Die Kosten variieren je nach Modell, halten sich aber in vielen Bereichen die Waage. Reduzieren ältere Führungskräfte (mit meist höherem Gehalt aufgrund der Berufserfahrung) das Stundenausmaß, so können dafür oft jüngere Führungskräfte mit höherem Stundenausmaß eingestellt werden ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Fallen aufgrund von höheren Gesamtvertragsstunden trotzdem höhere Kosten an, so nehmen wir dies für eine gute Führungsqualität und die Förderung von Teilzeitkräften gerne in Kauf.
Sprechstunde Beruf und Familie:
In Folge des Audits Beruf und Familie wird im Frühjahr 2026 eine Sprechstunde für Beruf und Familie eingeführt. Das Konzept und die Rahmenbedingungen wurden bereits definiert. Es soll 1x pro Monat den Mitarbeitenden jeweils am Standort in Wels und in Grieskirchen die Möglichkeit geboten werden einen Termin direkt bei einer HR-Managerin zu buchen. Die Terminvereinbarung soll elektronisch erfolgen. Je nach Andrang muss das Ausmaß der angebotenen Termine evaluiert und bei Bedarf ausgeweitet werden. Es können ausschließlich Themen die unter den Kontext „Beruf und Familie“ fallen, besprochen werden, wie z.B. Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Themen von Werdenden Müttern, Div. Auszeiten z.B. Karenz, Pflege- und Hospizkarenz.
Die Mitarbeitenden werden mittels Info-Kärtchen im Speisesaal, sowie das Klinikum-Magazin über dieses Angebot informiert. Die Kosten sind gut abschätzbar und belaufen sich auf die Zeit der jeweiligen HR-Managerinnen.
Im Zuge der Sprechstunde können die bereits verfügbaren Infobroschüren zu den verschiedensten Themen, wie Väterkarenz, Kinderbetreuung, Pflege-/Familienhospizkarenz, etc. unterstützend an die Mitarbeitenden weitergegeben werden.
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