Maurhart - Familienkompass


Lebensphasen-Gespräche schaffen Raum für Entlastung, Orientierung und Prävention.

Informationen zum Einreicher

Maurhart u. Co. GesmbH
4481 Asten

Vollzeit Mitarbeiter/innen: 8
Teilzeit Mitarbeiter/innen: 8

Maurhart – Familienkompass
Familie in alle Richtungen denken

1. Der Familienkompass als Haltung
Der „Maurhart – Familienkompass“ steht sinnbildlich für das Selbstverständnis des Unternehmens, Familie nicht eindimensional zu denken, sondern in all ihren Richtungen und Ausprägungen mitzuberücksichtigen. Familie bedeutet bei Maurhart nicht nur Kinder, sondern ebenso PartnerInnen, Eltern, Großeltern und zu pflegende Angehörige, die Teil des Lebens der MitarbeiterInnen sind. Familie endet nicht bei einer bestimmten Altersgrenze – und Verantwortung beginnt nicht erst mit Elternschaft.
Familiäre Verantwortung verläuft dabei nicht linear. Sie zeigt sich im Alltag in sehr unterschiedlichen Formen: in der kurzfristigen Betreuung erkrankter Kinder, in der Begleitung von Angehörigen zu medizinischen Terminen, in Phasen erhöhter Sorgearbeit ebenso wie in längerfristigen Pflegeverantwortungen. All diese Situationen sind Teil desselben Kontinuums familiärer Verantwortung – keines davon ist größer oder kleiner, wichtiger oder nebensächlicher als ein anderes. Was sich unterscheidet, ist nicht der Wert – sondern der zeitliche und emotionale Bedarf.
Der Familienkompass bietet Orientierung in diesen unterschiedlichen Lebensphasen. Er basiert auf der Haltung, dass Arbeit und familiäre Verantwortung nicht getrennte Bereiche sind, sondern gemeinsam gedacht werden müssen, um langfristig tragfähige Lösungen für Menschen und Unternehmen zu schaffen. Bewusst weiterentwickelt, richtet dieses Projekt den Fokus dort aus, wo familiäre Verantwortung besonders langfristig wirkt: im Bereich Pflege.

2. Zielsetzung des Projekts
Ziel des Projekts „Maurhart – Familienkompass“ ist es, MitarbeiterInnen in ihren vielfältigen familiären Verantwortungen zu unterstützen, ohne einzelne Lebenslagen zu priorisieren oder zu bewerten. Der Fokus liegt darauf,
• familiäre Betreuung und Pflege in all ihren Formen sichtbar und selbstverständlich zu machen,
• MitarbeiterInnen kurzfristig wie langfristig zu entlasten,
• Überforderung und gesundheitliche Belastungen präventiv zu vermeiden,
• und individuelle, lebensnahe Lösungen zu ermöglichen.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Thema Pflege und Betreuung, da dieses im Alltag häufig unterschätzt wird, gleichzeitig aber viele MitarbeiterInnen in unterschiedlichen Intensitäten betrifft. Denn Vereinbarkeit entsteht nicht durch Trennung, sondern durch bewusstes Zusammendenken.

3. Der Pflegeschwerpunkt
3.1 Zusätzliche Pflegefreistellung – flexible Entlastung im Alltag
Maurhart gewährt allen MitarbeiterInnen eine zusätzliche, bezahlte Woche Pflegefreistellung, die über gesetzliche Regelungen hinausgeht. Diese kann tageweise aber auch stundenweise genutzt werden und richtet sich an alle Formen familiärer Betreuungs- und Pflegeverantwortung. Damit wird Zeit dort ermöglicht, wo sie im Moment am dringendsten gebraucht wird.
Die Pflegefreistellung wird insbesondere genutzt für:
• die Betreuung erkrankter Kinder, die kurzfristig nicht in Schule oder Kindergarten gehen können,
• die Begleitung von Angehörigen zu Arzt- oder Krankenhausbesuchen,
• Gespräche mit Pflege- oder Betreuungseinrichtungen,
• akute familiäre Situationen, in denen Anwesenheit erforderlich ist,
• sowie für Betreuungs- oder Pflegeaufgaben zu Hause.
Diese Maßnahme ist Ausdruck der Grundhaltung bei Maurhart, dass familiäre Verantwortung Teil des Lebens ist und nicht erst dann relevant wird, wenn sie außergewöhnlich oder langfristig wird. Die zusätzliche Pflegefreistellung ergänzt eine ohnehin sehr entgegenkommende Urlaubs- und Arbeitszeitpraxis (flexible Arbeitszeitmodelle usw.) und schafft einen klaren, verlässlichen Rahmen für Situationen, in denen Familie Vorrang braucht.

3.2 Pflegezeitkonto – zeitliche Vorsorge für unterschiedliche Lebenslagen
Ergänzend zur Pflegefreistellung wurde ein Pflegezeitkonto etabliert. MitarbeiterInnen haben die Möglichkeit, Überstunden und Zeitguthaben gezielt aufzubauen, um diese bei erhöhtem familiärem Betreuungs- oder Pflegebedarf stundenweise zu konsumieren. Pflege braucht nicht nur Zeit im Jetzt, sondern Spielraum für Morgen.
Das Pflegezeitkonto unterstützt:
• wiederkehrende Betreuungssituationen (z. B. häufige Erkrankungen von Kindern),
• regelmäßige Begleitungen von Angehörigen zu Terminen,
• schrittweise zunehmende Pflegeverantwortung,
• sowie Phasen, in denen familiäre Aufgaben planbar, aber zeitlich fordernd sind.
Das Modell ermöglicht es MitarbeiterInnen, Verantwortung vorausschauend zu organisieren und familiäre Verpflichtungen mit dem Arbeitsalltag flexibel in Einklang zu bringen.

3.3 Die Pflege- und Betreuungsstrategie: zeitlich ganzheitlicher Ansatz
Die Kombination aus zusätzlicher Pflegefreistellung und Pflegezeitkonto bildet eine umfassende Betreuungs- und Pflege-Strategie, die unterschiedliche Zeithorizonte abdeckt:
• kurzfristige Entlastung bei akuten Ereignissen,
• mittelfristige Flexibilität bei wiederkehrenden Betreuungserfordernissen,
• langfristige Absicherung bei anhaltender Pflegeverantwortung.
Diese Strategie trägt dem Umstand Rechnung, dass familiäre Verantwortung sich verändern kann – von punktuell zu regelmäßig, von kurzfristig zu dauerhaft – ohne dass eine Form wichtiger oder schwerwiegender sein muss als eine andere. Der Familienkompass bleibt dabei konstant – auch wenn sich die Richtung verändert.

4. Lebensphasen-Gespräch: Psychosoziale Begleitung und Prävention
Ein zentrales Element des Familienkompasses sind freiwillige Lebensphasen-Gespräche, die allen MitarbeiterInnen offenstehen. Diese Gespräche sind bewusst als Entlastungs- und Orientierungsgespräche konzipiert und werden durch die hausinterne klinische Psychologin angeboten. Sie schaffen Raum für das, was im Arbeitsalltag oft keinen Platz hat.
Themen dieser Gespräche können sein:
• familiäre Betreuung und Pflege in all ihren Ausprägungen,
• emotionale Belastung und Erschöpfung,
• Burnout-Prävention bei pflegenden oder betreuenden Angehörigen,
• Übergänge und Veränderungen im Familienleben,
• Wechsel von Betreuungseinrichtungen bei Kindern,
• Geburt, Trennung, Todesfälle oder andere einschneidende Lebensereignisse.
Ziel ist es, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen, Handlungsspielräume zu eröffnen und gemeinsam individuelle Lösungen zu entwickeln. Die Gespräche dienen der kurzfristigen Stabilisierung, Psychoedukation, Entlastung, ggf. Weitervermittlung und damit langfristig der Gesundheit der MitarbeiterInnen im Sinne der Salutogenese.

5. Flexible Arbeitszeitmodelle als verbindendes Element
Alle Maßnahmen des Familienkompasses bauen auf flexiblen, individuell vereinbarten Arbeitszeitmodellen auf. Bei Maurhart gibt es keine standardisierten Lösungen, sondern passgenaue Vereinbarungen, die sich an den jeweiligen familiären Anforderungen orientieren:
• unterschiedliche Wochenmodelle,
• individuell gestaltete Tagesarbeitszeiten,
• Homeoffice dort, wo es möglich ist,
• kurzfristige Anpassungen bei familiären Ereignissen.
Diese Flexibilität ist ein wesentliches Bindeglied zwischen Arbeit und familiärer Verantwortung und ermöglicht es, Betreuung und Pflege realistisch in den Arbeitsalltag zu integrieren.

6. Zusammenfassung
Mit dem Projekt „Maurhart – Familienkompass“ wird familiäre Verantwortung umfassend und gleichwertig gedacht. Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und psychosoziale Begleitung stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern bilden gemeinsam ein tragfähiges Unterstützungsnetz.
Der Familienkompass bietet Orientierung, Flexibilität und Menschlichkeit – und macht deutlich, dass Familie bei Maurhart in alle Richtungen mitgedacht wird. Heute, morgen – und über einzelne Lebensphasen hinaus.

Familie ist Teil des Alltags – auch im Arbeitsumfeld.
Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen Vereinbarkeit in unterschiedlichen Lebensphasen.
Ein Arbeitsumfeld, das auf einem Miteinander basiert.


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