Übersicht zu den aktuellen Familienförderungen des Bundes

Wir stellen Informationen über alle aktuellen Fördermöglichkeiten des Bundes für Familien zur Verfügung. Lesen Sie nach, welche Förderungen es gibt. Was sind die Voraussetzungen, um bestimmte Förderungen zu erhalten.

 

Familienbeihilfe

Mehrkindzuschlag

Kinderbetreuungsgeld

Kinderfreibetrag

Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Zuschüsse des Arbeitgebers zur Kinderbetreuung

Unterhaltsabsetzbetrag

Alleinerzieherabsetzbetrag

Alleinverdienerabsetzbetrag


Familienbeihilfe (monatlich)

Was bisher nur über Antrag der Eltern möglich war, gibt es ab sofort ohne Antragsformular. Die Familienbeihilfe wird automatisch nach Meldung des Neugeborenen im Meldeamt gewährt. Das Finanzamt erhält die Daten automatisch aus dem Zentralen Melderegister.

 

Die Familienbeihilfe ist nach dem Alter der Kinder unterschiedlich hoch:


ab Geburt 111,80 Euro monatlich,
für ein Kind ab drei Jahren 119,60 Euro monatlich,
für ein Kind ab zehn Jahren 138,80 Euro monatlich und
für ein Kind ab 19 Jahren 162,00 Euro monatlich.

 

Der Kinderabsetzbetrag beträgt zusätzlich zur Familienbeihilfe pro Kind 58,40 Euro monatlich. Dieser wird ohne gesonderten Antrag gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt.

 

Die Anzahl der Kinder wird über die Auszahlung von Erhöhungsbeträgen (= Geschwisterstaffelung) berücksichtigt. Die Geschwisterstaffel beträgt bei zwei Kindern, für die Familienbeihilfe bezogen wird, 6,90 Euro für jedes Kind, bei drei Kindern 17,00 Euro für jedes Kind und bei vier Kindern, für die Familienbeihilfe bezogen wird, 26,00 Euro pro Kind.

 

Für erheblich behinderte Kinder gibt es einen Zuschlag von 152,90 Euro monatlich. Diese erhöhte Familienbeihilfe muss gesondert beantragt werden. Der Antrag auf erhöhte Familienbeihilfe ist beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt zu stellen.

 

Mit der September-Familienbeihilfe wird ein Schulstartgeld in Höhe von 100,00 Euro für jedes schulpflichtige Kind ausbezahlt.


Eine Direktauszahlung der Familienbeihilfe an Volljährige ist möglich. Die Zustimmung der/s Anspruchsberechtigten muss vorliegen. Die Beantragung erfolgt mit dem Formular Beih 20, die Auszahlung nur auf ein Girokonto.


Auf der Website des Familienministeriums finden Sie weiterführende Informationen zur Familienbeihilfe und zur Direktauszahlung. Zudem steht ein Online-Rechner zur Berechnung der Familienbeihilfe zur Verfügung.

 

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Mehrkindzuschlag

Es steht ein Mehrkindzuschlag von 20,00 Euro monatlich für jedes ständig im Bundesgebiet bzw. im EU-Raum lebende dritte und weitere Kind zu, für das Familienbeihilfe gewährt wurde. Ein Anspruch besteht nur dann, wenn das zu versteuernde Familieneinkommen im Kalenderjahr, das vor dem Jahr liegt, für das der Antrag gestellt wird, die Höhe von 55.000 Euro nicht überschritten hat.

 

Der Mehrkindzuschlag ist für jedes Kalenderjahr gesondert beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt im Rahmen der (Arbeitnehmer-)Veranlagung bzw. Einkommensteuererklärung oder, wenn keine Einkünfte vorliegen mit Formular E4  zu beantragen.

 

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Kinderbetreuungsgeld

Das Kinderbetreuungsgeldgesetz bietet zwei Systeme zur Auswahl:

 

Kinderbetreuungsgeld-Konto (pauschale Leistung)

Durch das Kinderbetreuungsgeld-Konto als Pauschalleistung wird die Betreuungsleistung der Eltern anerkannt und teilweise abgegolten. Das pauschale Kinderbetreuungsgeld erhalten Eltern unabhängig von einer vor der Geburt des Kindes ausgeübten Erwerbstätigkeit.

 

Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld hat die primäre Funktion, jenen Eltern, die sich nur für kurze Zeit aus dem Berufsleben zurückziehen wollen und über ein höheres Einkommen verfügen, die Möglichkeit zu geben, in dieser Zeit einen Einkommensersatz zu erhalten.

 

Anspruchsvoraussetzungen für das Kinderbetreuungsgeld sind

  • Anspruch und Bezug der Familienbeihilfe für das Kind
  • Lebensmittelpunkt von antragstellendem Elternteil und Kind in Österreich
  • ein auf Dauer angelegter gemeinsamer Haushalt mit dem Kind und identer Hauptwohnsitz
  • Durchführung/rechtzeitige Vorlage der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen
  • Einhaltung der Zuverdienstgrenzen pro Kalenderjahr
  • für Nicht-Österreicher/innen zusätzlich ein rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich bzw. Erfüllung bestimmter asylrechtl. Voraussetzungen
  • bei getrennt lebenden Eltern zusätzl. Obsorgeberechtigung und Bezug der FBH durch antragstellenden Elternteil

 

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Familienbesteuerung

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag kommt berufstätigen Eltern zugute. Anspruch haben Eltern, die Lohn- bzw. Einkommensteuer zahlen; der Kinderfreibetrag verringert dabei die Bemessungsgrundlage.
Der Kinderfreibetrag kann von einem Elternteil oder von beiden Elternteilen geltend gemacht werden. Machen beide Elternteile den Freibetrag geltend, stehen jedem Elternteil 60 % des Freibetrages zu.


Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Kinderfreibetrages ist, dass für die betroffenen Kinder ein Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag für mehr als sechs Monate im Kalenderjahr besteht. Geltend zu machen ist der Kinderfreibetrag über die Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung, dabei ist die Versicherungsnummer des Kindes/der Kinder anzugeben.

 

Der Kinderfreibetrag beträgt

  • wenn er nur von einer Steuerpflichtigen/einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird: 220 Euro jährlich
  • wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird: 132 Euro jährlich pro Person 

NEUE Regelung:

Der Kinderfreibetrag beträgt ab der Veranlagung für das Jahr 2016

  • wenn er nur von einer Steuerpflichtigen/einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird: 440 Euro jährlich
  • wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird: 300 Euro jährlich pro Person

 

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Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Kinderbetreuungskosten (z.B. für Krippen, Tagesmütter, Kindermädchen, Kindergärten) sind bis zu einem Betrag von 2.300 Euro pro Jahr und Kind als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzbar. Anspruch auf diesen Freibetrag haben Eltern, die Lohn- bzw. Einkommensteuer zahlen. Die Kinderbetreuungskosten können wahlweise von einem Elternteil oder aufgeteilt auf beide Elternteile entsprechend der tatsächlichen Kostentragung in Anspruch genommen werden.

 

Werden Betreuungskosten durch einen Zuschuss des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin zur Kinderbetreuung gedeckt, so sind nur die tatsächlich vom Steuerpflichtigen getragenen Kosten bis zum oben genannten Ausmaß absetzbar, die nicht durch den Zuschuss gedeckt sind. Berücksichtigt werden die Aufwendungen für die Kinderbetreuung im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung, dabei ist die Versicherungsnummer des Kindes/der Kinder anzugeben.

 

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Zuschüsse des Arbeitgebers zur Kinderbetreuung

Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber kann Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern einen Zuschuss für die Kinderbetreuung zahlen. Dieser Zuschuss ist bis zu einer Höhe von 1.000 Euro pro Kalenderjahr sozialabgaben- und lohnsteuerfrei. Zu diesem Zweck muss die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber eine schriftliche Erklärung abgeben (Formular L35).

 

Um den Kinderbetreuungszuschuss sozialabgaben- und lohnsteuerfrei beziehen zu können, muss die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer selbst die Familienbeihilfe beziehen. Die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer ist außerdem verpflichtet, der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber Auskunft über das Vorliegen der Voraussetzungen für den Zuschuss oder etwaige von anderen
Arbeitgeberinnen/Arbeitgebern bezogene Zuschüsse zu geben. Der Zuschuss darf den Eltern nur in Form von Gutscheinen zur Einlösung bei einer entsprechenden Kinderbetreuungseinrichtung gewährt werden. Auch kann der Zuschuss direkt an die Betreuungseinrichtung ausbezahlt werden.

 

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Unterhaltsabsetzbetrag

Wer für ein nicht haushaltszugehöriges Kind nachweislich gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet und dafür keine Familienbeihilfe bezieht, hat Anspruch auf einen Unterhaltsabsetzbetrag von monatlich

für das erste Kind 29,20 Euro
für das zweite Kind 43,80 Euro
für jedes weitere Kind 58,40 Euro


Die Berücksichtigung erfolgt nur im Wege der (Arbeitnehmer-)Veranlagung beim Wohnsitzfinanzamt.

 

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Alleinerzieherabsetzbetrag

Für Alleinerziehende, das sind Steuerpflichtige mit mindestens einem Kind, die mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht in einer ehelichen oder eheähnlichen Gemeinschaft leben und den Kinderabsetzbetrag beziehen, steht der Alleinerzieherabsetzbetrag zu. Der Absetzbetrag macht mit einem Kind 494 Euro jährlich, mit zwei Kindern 669 Euro, mit drei Kindern
889 Euro jährlich aus und erhöht sich für jedes weitere Kind um jeweils 220 Euro jährlich.


Der Alleinerzieherabsetzbetrag kann beim Gehalt durch den Arbeitgeber berücksichtigt werden (Formular E30 vom Finanzamt) oder ist im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. der Einkommensteuererklärung für das abgelaufene Kalenderjahr beim Finanzamt geltend zu machen.

 

Alleinerziehende, deren berechnete Einkommensteuer im Kalenderjahr negativ ist, bekommen den Absetzbetrag auf Antrag vom Finanzamt ausbezahlt.

 

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Alleinverdienerabsetzbetrag

Für Alleinverdiener, das sind Steuerpflichtige mit mindestens einem Kind, die mehr als sechs Monate im Kalenderjahr mit einem (Ehe-)Partner in einer Ehe bzw. eheähnlichen Gemeinschaft leben, wobei einer der beiden den Kinderabsetzbetrag bezieht, steht der steuerliche Alleinverdienerabsetzbetrag zu. Der Absetzbetrag macht mit einem Kind 494,00 Euro jährlich, mit zwei Kindern 669,00 Euro, mit drei Kindern 889,00 Euro jährlich aus und erhöht sich für jedes weitere Kind um jeweils 220 Euro jährlich. Das steuerpflichtige Einkommen des (Ehe-)Partners darf 6.000,00 Euro im Kalenderjahr nicht überschreiten, wobei das steuerfreie Wochengeld mit einzuberechnen ist.

 

Der Alleinverdienerabsetzbetrag kann beim Gehalt durch den Arbeitgeber berücksichtigt werden (Formular E30 vom Finanzamt) oder ist im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. der Einkommensteuererklärung für das abgelaufene Kalenderjahr beim Finanzamt geltend zu machen.

 

Alleinverdiener, deren berechnete Einkommensteuer im Kalenderjahr negativ ist, bekommen den Absetzbetrag auf Antrag vom Finanzamt ausbezahlt.

 

weitere Informationen


Informationen zu weiteren Fragen zu obigen Themen erhalten Sie beim Bundesministerium für Familie und Jugend:

unter der Servicenummer 0800/240 262 zum Nulltarif

oder per E-Mail: office@bmfj.gv.at

 

Homepage des Bundesministeriums für Familie und Jugend

 

Quelle: BM für Familie und Jugend (für fehlerhafte Darstellungen und Informationen übernehmen wir keine Haftung) - Angaben ohne Gewähr

 

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