St. Martin, sein Mantel...

und die verflixten Gänse!

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Der Hl. Martin wurde Anfang um das Jahr 315 in Steinamanger, dem heutigen Szombathely, in Ungarn geboren. Schon als Kind kam er mit dem Christentum in Berührung. Als Sohn eines römischen Militärtribuns verpflichtete ihn das Gesetz die Militärlaufbahn einzuschlagen, was er nur widerwillig tat. In der kaiserlichen Garde war er ab 334 im nordfranzösischen Amiens stationiert.

Sein Gewand war die Chlamys. Das ist ein wollener Umhang. An einem kalten Novembertag begegnete ihm beim Stadttor von Amiens ein Bettler. Der war trotz der Kälte fast nackt. Da nahm Martin seinen Umhang, zückte das Schwert und schnitt den Stoff mit einem Streich auseinander. Eine Hälfte gab er dem Bettler. Dann ritt er weiter. Die Nacht darauf erschien Martin im Traum Jesus Christus. Der hatte den halben Mantel an und erinnerte Martin an den biblischen Spruch:

 

»Ich bin nackt gewesen und ihr
habt mich gekleidet…
Was ihr für einen meiner geringsten
Brüdern getan habt,
das habt ihr mir getan.«


Um 351 wurde Martin dann getauft und verließ den Armeedienst. In Ligugé gründete er das erste Kloster des Abendlandes. Durch seinen bescheidenen Lebensstil verkörperte er das spätantike Ideal des Bischofs. Deshalb wollten ihn die Leute zum Bischof von Tours weihen. Für Martin war das zu viel der Ehre und er tat etwas, das so gar nicht zu seiner Lebensbeschreibung passt: Er versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse aber begannen laut zu schnattern und verrieten sein Versteck.
Die Folge: Martin wurde Bischof – und an seinem Festtag gibt es Gänsebraten – das Martinigansl.


Martinskipferl

Für 8 doppelte Kipferl:

  • 500 g Dinkelmehl
  • 1 Päckchen Germ
  • ¼ l Milch
  • 1 Prise Salz
  • 60 g weiche Butter
  • 50 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 EL geriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • 1 Ei und 1/4 l Milch zum Bestreichen
  • etwas Hagelzucker


Wichtig: Alle Zutaten müssen Zimmertemperatur haben!


Wie der Germteig zubereitet wird, ist im Rezept für den Allerheiligenstriezel zu lesen.


Den Teig auf einem bemehlten Nudelbrett noch einmal kurz durchkneten und in 16 gleichgroße Stücke teilen.

Diese werden rund geformt und vorsichtig mit einem Tuch abgedeckt. Jetzt dürfen sie 10 Minuten rasten.

Zwei Backbleche mit Backpapier vorbereiten.

Die Teigstücke flach oval zu einer Länge von gut 15 cm ausrollen und daraus Kipferl formen.

Die fertigen Kipferl werden auf das Backblech gegeben und jeweils mit einem anderen Kipferl mit ein wenig Abstand von rund 1 cm Rücken an Rücken zusammengelegt. Beim Aufgehen und Backen wachsen sie dann zusammen.

 

Das Backblech wird abgedeckt und die Kipferl dürfen noch einmal 30 Minuten rasten.

Das Backrohr auf 190º vorheizen. Milch und Ei versprudeln, die Kipferl damit bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.

Im Ofenrohr werden die Kipferl dann rund 20 Minuten gebacken.


Wenn die fertigen Kipferl mit einem lieben Menschen geteilt werden, schmecken sie gleich umso besser!


Das Martinigansl

Diese Tradition hat vor allem damit zu tun, dass seit jeher niemand die Gänse durch den Winter füttern wollte. Deshalb wurden sie davor noch geschlachtet. Im Böhmerwald zerlegten die Frau oder der Herr des Hauses die Gans selber: Die Gesellen oder der Großknecht und die Großmagd bekamen davon ein Bein, die Stallburschen und die anderen Mägde etwas von den Flügeln. Das geschah, damit die einen tüchtig rennen und laufen und die anderen bei der Arbeit fliegen.


Martinsfest mit Laternenzug

Aber nicht nur das Martinigansl, auch das Martinikipferl hat inzwischen Tradition. Und was wäre ein Martinsfest ohne den Zug der Kinder mit den Laternen:


»Ich geh‘ mit meiner Laterne,
und meine Laterne mit mir!
Hoch oben, da leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir!
Mein Licht ist aus, ich geh’ nach
Haus, rabimmel, rabammel,
rabumm!«

 


Zu allen Bräuchen im Jahreskreis

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