Advent, Advent...

Die Zeit der Erwartung ... von was eigentlich?

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Der Name Advent kommt von lateinisch »adventus«, auf Deutsch »Ankunft«. Eigentlich ist damit die Zeit des Wartens auf die Geburt Jesu Christi gemeint. Der Advent ist also die Zeit der inneren Sammlung und Vorbereitung auf Weihnachten. Wenn denn da nur nicht der viele Stress wäre. Um den zu vermeiden, beginnt der Advent mit einer besonderen Nacht und einem gemütlichen kulinarischen Brauch – dem Bratwürstel-Sonntag.


Vom 30. November auf den 1. Dezember ist die Andreasnacht. Der Überlieferung nach öffnet diese Nacht »das goldene Tor« zu dieser so besonderen Zeit im Advent. Traditionell wurde in der Andreasnacht das Mehl für die Störi gemahlen. Störi kommt vom althochdeutschen »Stere« und bedeutet »Kraft«. Eine Störi ist also ein Kraftbrot. Deshalb wird sie zu bestimmten Zeiten auch an die Tiere verfüttert.
In manchen Gegenden – wie im Almtal – wird die Störi nur im Advent gebacken – und da vor allem die Butterstöri. Das ist ein Weizenoder Dinkelbrot. Die »Schwarze Störi« hat den Beinamen von der dunklen Fülle aus Dörrfrüchten und ist ein Kletzenbrot.


Die Butterstöri

  • 1 kg Mehl (500 g Dinkelmehl und 500 g Weizenmehl)
  • 200 g weiche Butter
  • 1 Päckchen Germ (Hefe)
  • 200 g Zucker
  • 2 große ganze Eier
  • 1 EL Salz
  • 3/8 l lauwarme Milch
  • 2 Handvoll Rosinen (ev. in etwas Rum eingelegt)
  • 1 TL gestoßener Anis
  • 1 Päckchen Vanillezucke
  • je 2-3 EL Aranzini und Zitronat


Alle Zutaten in einen großen Weidling oder eine Schüssel geben und gut durchkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.

Mit einem sauberen Tuch abdecken und an einem warmen Ort ohne Zugluft so lange stehen lassen, bis er um das Doppelte aufgegangen ist.

Anschließend nochmals gut kneten und einen schönen Laib formen.

Diesen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und am besten über Nacht nochmals gehen lassen.

 

Am nächsten Morgen das Backrohr auf 170°C Ober- und Unterhitze heizen.

Inzwischen die Störi, also den Laib, mit lauwarmem Wasser abwaschen.

Danach eine Stunde im Rohr backen. Auf einem Kuchengitter gut auskühlen lassen.

Wie die Störi rituell angeschnitten wird, ist bei den Weihnachtsbräuchen zu lesen.


Aus dem Buch »Das Geschenk der zwölf Monate - Märchen, Bräuche und Rezepte im Jahreskreis«


Was wäre ein Advent ohne Adventkranz?

Es heißt, dass der evangelische Theologe und Begründer der Diakonie, Johann Hinrich Wichern, 1839 den ersten Adventkranz gestaltet hat, um armen Straßenkindern das Warten auf das Christkind zu verkürzen. Andere sagen, der Adventkranz ist mit seinen vier Kerzen ein archetypisches Bild für den Jahreskreis. Natürlich lassen sich damit die Zeiten des vergangenen Jahres wunderbar nachspüren - um sich innerlich auf das Neue vorzubereiten. Recht stimmig bringt es der wohlbekannte Spruch auf den Punkt:


»Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann steht das
Christkind vor der Tür!«

 

Die Heilige Barbara

Davor wird aber am 4. Dezember mit der Hl. Barbara, eines der drei heiligen Madln, gefeiert. Von ihnen ist auch in den Bräuchen zum Herbst die Rede. Der vorweihnachtliche Brauch des Barbarazweiges weist auf die Lebenskraft und das Glück hin, das nach der Wintersonnwende wieder aufblüht.


BRAUCH-BARE TIPPS:

Das Barbara-Zweiglein

Am Barbara-Tag pflückt man von einem Obstbaum einen Zweig – vorzugsweise von der Kirsche. Das Zweiglein kommt in der warmen Stube in eine Vase. Wichtig ist, von Zeit zu Zeit das Wasser zu wechseln. Blüht der Zweig zu Weihnachten auf, dann ist das ein Zeichen kommenden Glücks.


Zu allen Bräuchen im Jahreskreis

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