Der Nikolaus

Ein Heiliger zum Abbusseln.

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Würde es unter den Heiligen einen Beliebtheitswettbewerb geben: Der Heilige Nikolaus wäre der sichere Sieger.


Der Hl. Nikolaus kam aus Kleinasien, der heutigen Türkei, zu uns. Dort lebte er im 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und vollbrachte als Bischof der Legende nach einige Wunder. So bewirkte er in einer Hungersnot ein Getreidewunder und steuerte ein Schiff, das im Sturm beinahe unterging, in den sicheren Hafen. Deshalb ist die Kirche von St. Nikola an der Donau nicht zufällig ihm geweiht. Hier dankten die Seeleute, wenn sie die gefährliche Fahrt durch die Stromschnellen des Studens heil überstanden hatten.

 

Schon in vorchristlicher Zeit gab es die Gestalt des weisen Alten, der vor der Wintersonnwende von Hof zu Hof und von Dorf zu Dorf zog, um die Menschen durch die Darstellung überlieferter Geschichten an das Wesentliche im Leben zu erinnern. Genau diesen Archetypus verkörpert der Hl. Nikolaus. In seinem großen Buch ist die Fülle des Lebens verzeichnet. In seinem Sack hält er die Geschenke des Lebens bereit. Seine rituelle Frage ist:

Bist du artig?

Nicht zu verwechseln mit: Bist du brav? Artig sein heißt, nach der eigenen Art zu sein, also das zu leben, was man tief drin als richtig empfindet. Dazu beschenkt er die Leute mit Äpfeln, der Frucht der Erkenntnis, und Nüssen als Nahrung für den Geist.

 

Sein wilder Begleiter - der Krampus

Mit ihm zieht der Nikolaus von Haus zu Haus – nicht zu verwechseln mit den fahlen Percht-Gestalten der Zentralalpen. Der Krampus verkörpert das unbändige vitale Lebensfeuer. Seine feuerrote Zunge hängt ihm aus dem Mund. Oft rasselt er mit gesprengten Ketten. Seine Rute belebt – wie die Lebensrute – und putzt alles ab, was nicht mehr gebraucht wird.

Nikolaus und Krampus führen uns vor Augen, dass die Weisheit das Feuer der Vitalität braucht und die ungezügelte Lebenskraft das lenkende Verständnis der Weisheit.

In manchen Orten zog allerdings nur eine Gestalt herum. Da gab’s dann entweder den »braven« oder den  »schiachen« Nikolo. Letzterer war der Krampus.

 

Magisch geht’s beim legendären Nikolo-Umzug in Windischgarsten zu. Da kommt alles zusammen, was um diese Jahreszeit an mythischen Gestalten herumgeistert: So gesellen sich zum Nikolo und dem Krampus auch die Habergoaß, der riesenhafte Klaubauf, der schweinsköpfige Leutfresser, Einsiedler, Jäger mit Hirschgeweihen auf dem Kopf, Zwerge und Riesen sowie die prächtig geschmückte Nikolofrau. Die UNESCO nahm diesen faszinierenden Umzug sogar ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.


Bratäpfel

So schmeckt die Frucht der Erkenntnis umso besser!


Für den Bratapfel:

  • 4 mittelgroße, rote Äpfel
  • 1 EL Rohmarzipan
  • 2 EL Ribisel-Marmelade
  • 3 KL geriebene Mandeln
  • 1 Msp. Zimt
  • etwas Butter für die Form und Äpfel, Honig, Vanilleeis


Die Äpfel waschen und das Kerngehäuse mit dem Apfelentkerner ausstechen.

Das Marzipan und die Mandeln mit der Ribisel-Marmelade und dem Zimt zu einer glatten Masse verrühren und in die Äpfel füllen.

Eine Form oder Rein mit etwas Butter ausfetten und die gefüllten Äpfel hineinsetzen.

Oben auf die Äpfel einen Gupf Honig und Butterflöckchen geben.

Bei mittlerer Hitze ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde backen.

 

Die Bratäpfel auf Teller mit Vanilleeis anrichten und mit dem karamellisierten Bratensaft verfeinern.


Aus dem Buch »Das Geschenk der zwölf Monate - Märchen, Bräuche und Rezepte im Jahreskreis«


BRAUCH-BARE TIPPS:

Das Lied für den Nikolaus

Heiliger Nikolaus, du braver Månn,
i sing da a Liadl so guad wia i kånn,
i sing da a Liadl so guad wia i kånn!


Håst in dein’ Sackerl drin‘ Äpfö und Kern,
viel Nuss’n und Feig’n, mei de måg i gern,
viel Nuss’n und Feig’n, mei de måg i gern!


Såg zu dein‘ Kramperl, i bi nu so kloa.
Er derf mi frei ja net in Såck einitoa,
Er derf mi frei ja net in Såck einitoa!


Zu allen Bräuchen im Jahreskreis

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